Der Termin für den Gruppenabend fiel im Juni auf einen Samstag. Dies ermöglichte einen „Ausflug“ in die Nähe – nämlich das Städtchen Bönnigheim.
Bei „brütender Hitze“ – an dem Samstag stieg das Thermometer auf satte 32 Grad – ging es gegen 14 Uhr mit dem Bus dorthin (wir wollten doch alle noch den Schnaps probieren 😊)

Unser Stadtführer Kurt Sartorius nahm uns mit zu den Gassen und Sehenswürdigkeiten dieser „Ganerben-Stadt“. Bönnigheim war 400 Jahre ein sogenanntes „Ganerbiat“. Nach der Zersplitterung des Besitzes der Stadt um 1290 herum, entstand durch Kauf, Heirat, Sterben und Erben das Ganerbentum. Ein Ganerbe war also ein Miterbe oder Teilhaber der Verwaltungsgemeinschaft.

Ein Highlight von Bönnigheim ist die Stadtkirche – ein wahres Kleinod: die Cyriakus-Kirche. Der Hochaltar der Kirche ist ein Prunkstück mittelalterlicher Holzskulptur. Es handelt sich um einen Flügelaltar, welcher farbig gefasst ist und aus der Zeit nach 1501 der oberrheinischen Schule um Niklaus von Hagenau zugeschrieben wird.

Ebenfalls in der Kirche hängt ein zwischen 1500 und 1525 entstandenes spätgotisches Gemälde, das die „Schmotzerin“ und ihren Gatten mit ihren insgesamt 53 Kindern darstellt. Das Ehepaar Adam Stratzmann und seine Frau Barbara – die „Schmotzerin“ – hatten einen Kinderreichtum von „38 ehelichen Söhnen und 15 ehelichen Töchter“, also 53 in einer Ehe geborene Kinder!
Neben einfachen Geburten gab es auch Zwillinge, Drillinge und sogar einmal Sechslinge und einmal Siebenlinge. 19 Kinder kamen tot zur Welt, keines der Kinder wurde älter als acht Jahre.
Nach diesen imposanten und beeindruckenden Informationen gingen wir langsam Richtung Schnapsmuseum.
Dort haben wir erst mal mehr über die Geschichte des Schnapses erfahren. Auch wann das erste Alkohol-Destillationsgerät erfunden wurde und wie bis in unsere heutige Zeit illegal mit allen möglichen und unmöglichen Gerätschaften schwarz gebrannt wurde.

Dann ging es zu einem rustikalen Vesper und einer humorvollen Schnaps- und Likörprobe in den Gewölbekeller hinunter.

Nach rund 11 verschiedenen Schnäpsen und Likören – alle von Kurt Sartorius mit lustigen Anekdoten und humorigen Trinksprüchen versehen – fuhren wir mit dem Bus beschwingt wieder nach Hause.

